Macht am Mikrophon

Die iranische Filmemacherin Rokhsareh Ghaem Maghami erhält den Dokumentarfilmpreis 2016 der SOS-Kinderdörfer weltweit. Maghamis Film SONITA erzählt vom Kampf der 18-jährigen Afghanin Sonita um Freiheit und Selbstbestimmung.

Sonita

Sonita Alizadeh aus der afghanischen Stadt Herat ist zehn Jahre alt, als sie zum ersten Mal in die Ehe mit einem viel älteren Mann verkauft werden soll. Kurz darauf muss die Familie vor den Taliban in den Iran fliehen, Sonita kommt mit und entgeht der Heirat.

In Teheran kommt Sonita zunächst bei ihrem Bruder unter.  Als Flüchtling aber, noch dazu als Mädchen, bleibt ihr der Zugang zu Bildung verwehrt, sie kann nicht zur Schule gehen.

Aus finanzieller Not beginnt Sonita mit 14 Jahren als Putzfrau bei einer NGO zu arbeiten, hier  lernt sie lesen und schreiben und entdeckt bald darauf ihre Leidenschaft: Rap.

Mit Musik in die Freiheit

Sonita, die kein Wort Englisch spricht, sieht im Fernsehen den amerikanischen Rapper Eminem. Bald beginnt sie eigene Texte zu schreiben und bringt sich heimlich das Rappen selbst bei. Im Iran ist es Frauen eigentlich verboten, Musik zu machen. Als Rapperin sucht Sonita mit Mut und Kreativität Wege, sich von den sozialen und kulturellen Zwängen der Gesellschaft und ihrer Familie zu befreien.

 

Verleihung des SOS-Dokumentarfilmpreises

„Der Film SONITA zieht uns unmittelbar in die berührende Geschichte eines willensstarken Mädchens, das für ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung kämpft“, urteilte die Jury über den Film. „Auf diesem Weg helfen ihr verschiedene Menschen, aber vor allem ihr charmantes offenes Wesen und ihre unbändige Kraft und ihre Kreativität. Der iranischen Filmemacherin gelingt die Antwort auf die Frage, was das Leben eines Mädchens wert ist, und ein dokumentarisches Meisterstück im doppelten Sinne: Ihr Film bringt uns nicht nur die aufregende Lebensgeschichte ihrer jungen Heldin näher, er beweist auch, dass Helfen gelingen und ein Film die Welt verändern kann.“

Der Dokumentarfilmpreis der SOS-Kinderdörfer weltweit wird zum dritten Mal verliehen. Er ist mit 3000 Euro dotiert und wird von B.O.A. Videofilmkunst, München, gestiftet. Im vergangenen Jahr hatte TOTO AND HIS SISTERS von dem rumänischen Filmemacher Alexander Nanau die Auszeichnung erhalten.

 

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