Ramadan und das Fest des Fastenbrechens – wie bei SOS-Kinderdorf gefeiert wurde

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SOS-Kinderdorf ist eine politisch und konfessionell unabhängige Organisation. Das bedeutet aber nicht, dass Kinder und Jugendliche, die bei SOS-Kinderdorf leben, ihren Glauben und religiöse Traditionen nicht ausüben können oder sollen. Wir möchten allen Kindern und Jugendlichen, die bei uns leben, ein liebevolles Zuhause geben und sie individuell nach ihren Bedürfnissen betreuen. Wenn für ein Kind Religiosität und das Ausüben religiöser Handlungen und Bräuche wichtig ist, werden wir es dabei so gut wie möglich unterstützen, ganz unabhängig davon, um welche Religion es sich handelt.

„Religion ist identitätsstiftend. Viele verbinden sie mit Heimat und Geborgenheit. Ein Stück Heimatgefühl trägt dazu bei, dass ich mich auch in einem neuen Zuhause schneller wohlfühle und ich mich besser integrieren kann“, Clemens Klingan SOS-Kinderdorf Geschäftsleiter.

Wer fasten möchte, wird dabei auch unterstützt.

Der Ramadan ist der muslimische Fastenmonat und eine der fünf Säulen des Islams. Damit gehört er zu den Hauptpflichten der gläubigen Muslime. Dabei bedeutet der Ramadan mehr als nur von Sonnenaufgang bis Untergang nichts zu essen oder zu trinken, es geht für Muslime auch darum, ihre Beziehung zu Gott zu festigen und sich der Mitmenschlichkeit in besonderer Weise zu widmen.

Im Ramadan hatten auch einige der jugendlichen Flüchtlinge, die bei uns leben, den Wunsch zu fasten, genauso wie am Ende des Fastenmonats dieser Tage, das Fest des Fastenbrechens zu feiern. Aber nicht jeder fastet, es ist jedem freigestellt.

15 Jahre Erfahrung in der Betreuung von Flüchtlingen

Im Clearing-house von SOS-Kinderdorf in Salzburg werden bereits seit 15 Jahren geflüchtete Jugendliche betreut. Daher hat man dort auch schon viel Erfahrung, was genau der Ramadan ist und was die Jugendlichen dafür brauchen, ihre Traditionen zu feiern. Jedes Jahr wird bereits im Vorfeld gefragt, wer gerne im Ramadan fasten möchte. Bei einem gemeinsamen Treffen wird dann besprochen, wie die Speisen für die Mahlzeiten zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang organisiert werden oder auch, ob ein eigener Raum für Gebete hergerichtet wird.

Neue Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – oft auch der erste Ramadan

Viele der Wohngruppen für junge Flüchtlinge von SOS-Kinderdorf in Österreich sind im Zuge der aktuellen Flüchtlingsströme nach Europa neu gegründet worden. Das heißt, es ist in diesen Wohngruppen auch der erste Ramadan für die Betreuerinnen und Betreuer gemeinsam mit den Jugendlichen.

In Wien Hetzendorf, wo seit März 2016 jugendliche Flüchtlinge im Alter von 15 bis 18 Jahren wohnen, hat man für die Zeit des Ramadans zum Beispiel einige Ausnahmsregelungen eingeführt. Das bedeutet, die Küche ist auch in den Nachtstunden zum Kochen und Essen geöffnet, die Ausgehzeiten wurden für diejenigen, die noch zum Gebet gehen möchten, verlängert.

Ganz wichtig ist aber, dass die sonstige Tagesstruktur aufrecht bleibt. Schule und Deutschkurse oder Ausbildung haben auch im Ramadan für alle die oberste Priorität.

Auch das Fastenbrechen wird gefeiert

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Mit dem Ende des Ramadan, ist es Zeit das Fest des Fastenbrechens zu feiern, zusammen zu sein und auch dafür, anderen mit Süßigkeiten als kleine Geschenke eine Freude zu machen. Traditionen und Rituale sind wichtig. Sie geben den Jugendlichen Sicherheit, Sicherheit, die sie lange vermisst haben und die sie hier bei uns wieder bekommen.

Wir hoffen, ihr hattet alle ein schönes Fest!

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